
Bill Gates war schuld: Plötzlich will Merkel selbst Opfer der Corona-Diktatur gewesen sein
David Berger #Ansage 18. September 2026
Merkel und Gates: Duo infernale der Impf-Plandemie (Foto:Imago)
Jahrelang stand Angela Merkel wie kaum eine andere Politikerin für die fatale deutsche Corona-Politik und den totalitär-menschenverachtenden Druck auf Ungeimpfte. Nun beklagt die ehemalige Bundeskanzlerin auf einmal, Bill Gates habe seinen politischen Einfluss durch die “Pandemie“ massiv ausgeweitet. Eine erstaunliche nachträgliche Rollenumverteilung: Aus der mächtigsten Frau Deutschlands wird im Ruhestand ein Opfer der Macht anderer. Es gehört zwar seit jeher zu den “rettenden” Seiten des politischen Ruhestands, dass sich rückschauend die Verantwortung elegant verschieben lässt – vorausgesetzt, es fragt niemand kritisch nach. So hat Angela Merkel nun Bill Gates als Hauptschuldigen entdeckt: Im “Handelsblatt”-Podcast berichtete sie jetzt, der Microsoft-Milliardär habe „qua Geld moralischen Druck“ ausüben können; Deutschland habe schnell als geizig dagestanden, wenn seine Stiftung mit deutschen Beiträgen für internationale Programme unzufrieden war. Gates habe dadurch „eine große Macht erlangt“.
Beinahe könnte man eine Träne verdrücken. Die arme Angela Merkel! Sechzehn Jahre Bundeskanzlerin, Regierungschefin der größten Volkswirtschaft Europas, Dauergast bei EU-, G7- und G20-Gipfeln, Politikerin, deren Entscheidungen während der Euro-, Migrations- und Corona-Krise das Leben von Millionen Menschen tiefgreifend veränderten – und dann kam der böse Bill Gates und übte „moralischen Druck“ aus. Wie schrecklich! Bloß hat diese Geschichte einen Schönheitsfehler: Merkel war keineswegs das Opfer der deutschen Corona-Politik. Sie war Bundeskanzlerin und trug politische Verantwortung für einen der schwersten Grundrechtseingriffe in der Geschichte der Bundesrepublik.
Erst alles “freiwillig” – dann geriet die Freiheit zur Impffrage
Im November 2020 hatte Merkel noch versichert, die Corona-Impfung werde garantiert freiwillig sein: „Es wird also keine Verpflichtung geben.“ Im Juli 2021 klang es bereits anders: „Je mehr geimpft sind, desto freier werden wir wieder sein, desto freier können wir wieder leben.“ Bald hieß das „Freimpfen“: Bürger sollten sich durch eine medizinische Entscheidung jene „Privilegien“ zurückverdienen, als die die Ausübung verfassungsmäßig verbriefter Grundrechte nun galt. Im August folgte die Ausweitung der 3G-Regeln: Ungeimpfte mussten Tests vorlegen und diese schließlich selbst bezahlen – keine gesetzliche Impfpflicht, aber ein erheblicher staatlicher und gesellschaftlicher Impfdruck. Der Ungeimpfte wurde zum Bürger zweiter Klasse, ja in der gesellschaftlichen Wahrnehmung zum Untermenschen. Deutsche Regierungen erließen die Regeln, Bund und Länder unterschieden zwischen Geimpften, Genesenen und Ungeimpften, und Merkel selbst verband Freiheit mit der Impfquote. Nicht nur Merkel, auch weite Teile des politischen und medialen Betriebs genossen ihre neu gewonnene Macht über das Alltagsleben der Bürger geradezu mit sadistischer Befriedigung.
Besonders bitter wirkt rückblickend die moralische Gewissheit, mit der die Impfung politisch beworben wurde. Merkel verkündete im September 2021 im Bundestag: „Impfen wirkt. Man schützt sich und die Liebsten. Impfen bringt uns die Freiheit zurück.“ Später zeigte sich, dass der Schutz vor Infektion und Übertragung praktisch nicht gegeben war; zugleich wurden ernsthafte Nebenwirkungen – im Gegensatz zum Virus selbst – zur realen Bedrohung der vielbeschworenen „Volksgesundheit“. Und Gates? Er konnte ungehindert finanzieren, lobbyieren und nach Merkels heutiger Darstellung “moralischen Druck” ausüben. Merkel stand derweil an der Spitze eines Staates mit hoheitlicher Gewalt. Nicht Gates erließ deutsche Verordnungen oder bestimmte Zugangsvoraussetzungen. Ausgerechnet die Politikerin, unter deren Regierung aus der „selbstverständlich freiwilligen” Impfung eine Eintrittskarte in immer größere Teile des normalen Lebens wurde, erzählt uns heute etwas von moralischem Druck? Man kann das unfreiwillige Komik nennen. Weniger freundlich ließe es sich als nachträgliche toxische Heuchelei bezeichnen.
Von der Täterin zum Opfer
Merkels Aussagen über Gates haben freilich noch eine andere Seite: Wenn ein milliardenschwerer privater Stifter nach Aussage einer ehemaligen Bundeskanzlerin kraft seines Geldes Druck auf Regierungen ausüben und dadurch „große Macht“ gewinnen konnte – etwas, das staatlicherseits immer als Verschwörungstheorie abgetan wurde –, muss gefragt werden, welchen Zugang private Stiftungen zu Regierungen und internationalen Gesundheitsorganisationen besaßen und erst recht noch immer besitzen, wie gesundheitspolitische Prioritäten entstanden und wo philanthropische Förderung in politischen Einfluss übergeht. Nur kann Merkel diese Fragen schwerlich stellen, als sei sie soeben aus einem hundertjährigen Dornröschenschlaf erwacht und habe gerade erst erfahren, dass es da zwischen 2005 und 2021 eine Bundesregierung gab, die dies geschehen ließ; nein, sie selbst führte diese Bundesregierung. Und während Corona warnte Merkel auch nicht vor Gates. Ihre Regierung arbeitete mit drastischen Szenarien und einer Kommunikationspolitik, deren bewusster Einsatz von Angst später heftig kritisiert wurde.
Es war Merkel selbst, die massiv für die angeblich nebenwirkungsfreie „Impfung“ warb und sie zum einzigen Weg zurück in die von ihr selbst in Fesseln gelegte Freiheit erklärte. Heute erfahren wir nun von ihr, wie mächtig die anderen waren: Gates hatte Geld, Gates hatte Einfluss, Gates übte Druck aus. Merkel verwandelt sich rückblickend zur hilf- und ahnungslosen Protokollantin ihrer eigenen Regierungszeit, zur Befehlsempfängerin, zum fremdbestimmten ausführenden Organ. Fehlt eigentlich nur noch, dass sie uns erklärt, sie sei nicht jene Frau mit der Raute gewesen, die damals ständig im Fernsehen erschien.
Die bequemste aller Merkel-Metamorphosen
Wenn Gates tatsächlich jene „große Macht“ besaß, von der Merkel heute spricht (und das war kritischen Beobachtern auch damals schon bewusst, wie auch die Tatsache, dass er nicht der einzige war): Wäre es den nicht Aufgabe ihrer Regierung gewesen, diesem Einfluss Grenzen zu setzen und ihn damals, in actio, transparent zu machen? Eine Bundeskanzlerin wird nicht dafür gewählt, Jahre später in Podcasts darüber zu plaudern, wer sie unter Druck gesetzt hat – sondern dafür, einem solchen Druck während ihrer Amtszeit entgegenzutreten und standzuhalten. Im Ruhestand vollzieht sich nun die bequemste aller Merkel-Metamorphosen: Aus der Regierungschefin wird die passiv-getriebene Zeitzeugin, aus der Handelnden die Zuschauerin, aus der Verantwortlichen für eines der größten Verbrechen in der bundesdeutschen Geschichte das unschuldige Opfer. Die Schuld verdunstet und verteilt sich auf “Pandemie”, Experten, Sachzwänge, internationale Organisationen und jetzt eben Bill Gates. Nur eine Person sollte bei dieser wundersamen Verantwortungsverdunstung nicht verloren gehen: Angela Merkel selbst. Bill Gates war niemals deutscher Bundeskanzler, sie schon.
Man kann es bösen Zungen nicht verdenken, wenn sie nach diesen Aussagen mutmaßen, demnächst werde Merkel wahrscheinlich behaupten, dass sie im Grunde ihres Herzens eigentlich immer „Coronaleugnerin“ und überzeugte Impfgegnerin war, dass diese Eigenschaft aber nur von den bösen Medien und der Zensur in den sozialen Netzwerken komplett unterschlagen worden sei…
